Paying for What Was Free: Lessons from the New York Times Paywall

In einer Longitudinalstudie untersuchten Cook und Attari {2012} die psychologische Wirkungen und die Reaktionen der User auf die Einführung der Paywall der New York Times. Die Resultate werden den Verfechtern des bezahlten Online-Journalismus wie z.B. die Schaffhauser Nachrichten oder die NZZ (die mit ihrer «metered paywall» ja dem Vorbild der New York Times nacheifert) wohl eher nicht gefallen. Aus dem Abstract der Studie:

Participants were surveyed shortly after the paywall was announced and again 11 weeks after it was implemented to understand how they would react and adapt to this change. Most readers planned not to pay and ultimately did not. Instead, they devalued the newspaper, visited its Web site less frequently, and used loopholes, particularly those who thought the paywall would lead to inequality. {Cook und Attari, 2012, 1}

Gemäss Cook und Attari {2012, 4} waren es insbesondere junge und häufige Nutzer, die sich die Lücken in der Paywall zu Nutze gemacht haben – unter diesem Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass die Paywall der NZZ mit abgeschaltetem Java-Script nicht greift, wohl eher als feature denn als bug zu werten. Aber gemäss der Studie gibt es doch noch Hoffnung für die arg gebeutelten Verleger:

Results of an experimental justification manipulation revealed that framing the paywall in terms of financial necessity moderately increased support and willingness to pay. Framing the paywall in terms of a profit motive proved to be a noncompelling justification, sharply decreasing both support and willingness to pay. Results suggest that people react negatively to paying for previously free content, but change can be facilitated with compelling justifications that emphasize fairness.» {Cook und Attari, 2012, 1}

Quellenverzeichnis

Cook , J. E. und S. Z. Attari. (2012). Paying for What Was Free: Lessons from the New York Times Paywall. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, 15(12), S. 1–6. Abgerufen am 5. November 2012 von http://online.liebertpub.com/doi/pdfplus/10.1089/cyber.2012.0251. Zurück zum Text

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Nachtrag zum FlexTax-Magazin

Mit Genugtuung hat der Bloggende feststellen dürfen, dass er mit seiner Unzufriedenheit mit dem FlexTax-Magazin (vgl. den Post «Werbung für Monopolisten») nicht allein zu sein scheint. Unter dem Titel «Weniger Nina Burri wäre mehr Information» wurde in den heutigen Schaffhauser Nachrichten ein Leserbrief zum FlexTax-Magazin veröffentlicht. In ihrer Zusendung kritisieren Rudolf W. und Elisabeth Fankhauser aus Neunkirch die Allgegenwärtigkeit von Nina Burri, des neuen «Gesichts» des Tarifverbundes, und den äusserst mageren Informationsgehalt der farbigen Kundenzeitschrift.

Im Leserbrief heisst es: «Wenn wir etwas in einer Broschüre eines Tarifverbundes suchen, welcher ab dem 1. Juni zum Teil deutlich höhere Tarife bei gleichem Angebot verlangt, dann sind es die Tarife. Der Informationsgehalt ist aber ausser auf den Seiten 5, 6 und 7 gleich null! Das mag ein gutes Geschäft für die Werbefirma und Nina Burri gewesen sein. 3 von 16 Seiten haben gerade einmal 18,75 Prozent Informationsgehalt. […] Die Verantwortlichen sollten über die Bücher gehen und das nächste Mal eine Broschüre mit 81.25 Prozent Informationsgehalt und 18.75 Prozent Werbung gestalten. Diese dürfte dann deutlich weniger umfangreich sein und auch weniger kosten. Die Ausgabe 1/12 ist bis auf die Seiten 5,6 und 7 bereits in der Altpapiersammlung» {Fankhauser und Fankhauser, 2012}.

Quellenverzeichnis

Fankhauser, R. W. und Fankhauser, E. (2012). Weniger Nina Burri wäre mehr Information. Schaffhauser Nachrichten, 151(135), S. 2. Abgerufen am 13. Juni 2012 von http://www2.shn.ch/?rub=news&page=detail&detail=321747.
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